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Ganz nah und weit weg
18. Nov. 2017 - 26. Nov. 2017

Ort:
turbine theater
Spinnereistrasse 19
8135 Langnau am Albis
Preis:
Fr. 33.00
Organisator:
turbine theater
Kontakt:
turbine theater
E-Mail:
info@turbinetheater.ch
Anmeldung:
http://www.turbinetheater.com/niklaus-von-fluumle.html
Website:
http://www.turbinetheater.ch


Fragen an Dorothee, die Frau des Niklaus von Flüe
von Klara Obermüller

Szenische Lesung im Rahmen des Gedenkjahres 600 Jahre Niklaus von Flüe

Wir feiern dieses Jahr den 600. Jahrestag von Niklaus von Flüe (1417 – 1487). Er war der grosse Friedensstifter. Sein vermittelnder Einfluss bei den Streitigkeiten der alten Eidgenossenschaft im Jahr 1481 ist legendär und soll diese vor dem Zusammenbruch bewahrt haben. „Ihm fällt eine Schlüsselfunktion für die politische Versöhnungskultur der Schweiz zu, für den Willen, es innenpolitisch nie auf den letzten, selbstzerstörerischen Bruch ankommen zu lassen“ (Peter von Matt). Noch heute ist Niklaus von Flüe ein Vorbild in Mystik und Spiritualität, Gesellschaft und Politik sowie als Mensch mit seinen Stärken und Schwächen.

Sein Lebensweg und Ruhm als Heiliger wäre jedoch ohne seine Frau Dorothee Wyss nicht denkbar. Sie liess ihn ziehen, als er mit 50 Jahren Haus und Hof verliess, um seinem inneren Ruf zu folgen. Damit nahm Dorothee Wyss am Eremitendasein ihres Mannes bewussten Anteil, nicht ohne heftiges Ringen mit sich selber, ihrem Mann und Gott. Ihr Einverständnis nannte Niklaus von Flüe eine Gnade, ohne die er sein Lebenswerk nicht hätte vollenden können.

Die Publizistin Klara Obermüller fühlte sich von Dorothee’s Schicksal angesprochen, war sie doch selber in einen katholischen Priester verliebt und versuchte zu verstehen, was es heisst, sich zwischen Berufung und Liebe entscheiden zu müssen.

2007 schrieb Klara Obermüller im Vorwort zur Neuauflage ihres Hörspiels „Ganz nah und weit weg“, das im Jahr 1982 herauskam: "In Dorothee sah ich so etwas wie eine Schwester, die mir voraus hatte, wonach ich noch suchte. Ich stellte ihr Fragen und hoffte zu erfahren, wie sie mit ihrem Schicksal zu Rande gekommen war. Dabei begegnete mir eine Dorothee, die anders war, als ich es erwartet hatte: nicht eine stille Dulderin, die klaglos hinnimmt, was Gottes und des Mannes Wille ist, und auch nicht eine jammernde Ehefrau, die ihren Mann zu halten versucht um jeden Preis. Meine Dorothee war eine starke, unerschrockene Frau, die den Entschluss ihres Mannes mittrug, obwohl er alles in Frage stellte, was ihre bisherige Welt ausgemacht hat.
Dorothee hat Niklaus ziehen lassen – nicht obwohl, sondern weil sie ihn liebte. Ihr Verzicht war kein resiginertes Hinnehmen des Unabänderlichen, sondern ein aktives Ja zu einem Entscheid, den sie zwar vielleicht nicht verstand, den sie aber respektierte, weil sie ihrem Mann vertraute und spürte, wie ernst es ihm war. Damit hatte sie ihm das Höchste gegeben, was ein Mensch einem anderen Menschen geben kann: die Freiheit.
Fragend über die Zeiten hinweg versuchte ich von Dorothee zu erfahren, wie man so sehr lieben kann, dass man nicht mehr zu besitzen braucht. Im Spiegel ihrer Geschichte hoffte ich zu erkennen, welches mein Weg war. Diesen biographischen Bezug offenzulegen, wagte ich damals allerdings noch nicht. Das ist heute anders. Ich habe den Mann, den ich liebe, geheiratet. Unserer Beziehung ist kein Geheimnis mehr. Dorothee aber steht mir e noch nahe. Im fiktiven Dialog mit ihr habe ich Einsichten gewonnen, die mir bis heute wichtig sind. Vor allem diese: dass man Liebe nicht festhalten kann und dass es im Leben Situationen gibt, die man gewinnt, indem man verliert. Das hat auch Niklaus von Flüe erfahren, als er in den Ranft ging. Er hatte seinen Ruf, dem er folgte. Er hatte aber auch Dorothees Ja, das ihn begleitete. Es braucht beides, damit aus Niklaus von Flüe Bruder Klaus werden konnte."

Spieldaten:
Samstag, 18.11.17, 20:00 Uhr (Premiere)
Donnerstag, 23.11.17, 20:00 Uhr
Freitag 24.11.17, 20:00 Uhr
Samstag, 25.11.17, 20:00 Uhr
Sonntag, 26.11.17, 17:00 Uhr

Dokument
von_flue_Kopie.jpg (jpg, 21.1 kB)