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Hochspannungsleitung Obfelden - Thalwil - eine leidige Geschichte



April 2016 - Status der Axpo (aktueller Stand)
"Die bestehende 150/50-kV-Leitung Obfelden-Thalwil und damit der Leitungsabschnitt durch Langnau am Albis kann erst rückgebaut werden, wenn als Ersatz dafür das Unterwerk Thalwil als regionaler Netzstützpunkt mit einer 220-kV-Leitung ab dem Unterwerk Samstagern versorgt werden kann. Das Bundesamt für Energie (BFE) hat am 21. Januar 2011 ein entsprechendes Projekt genehmigt. Gegen diese Genehmigung wurden Beschwerden erhoben, die vom Bundesverwaltungsgericht am 20. September 2012 gutgeheissen wurden. Das Verfahren wurde ans BFE zwecks Durchführung eines Sachplanverfahrens und einer umfassenden Prüfung einer Verkabelung zurückgewiesen. Um die neue Leitung zwischen Samstagern und Thalwil endlich realisieren und die Leitung Obfelden-Thalwil wie geplant abbrechen zu können, hat Axpo in Abklärung mit Swissgrid gegen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes am 24. Oktober 2012 Beschwerde beim Bundesgericht erhoben.
Leider hat das Bundesgericht die Beschwerde der Axpo mit Urteil vom 9. Dezember 2014 nur teilweise gutgeheissen. Zwar muss nun kein langwieriges, bis zu 10 Jahre dauerndes Sachplanverfahren nachgeholt werden, das Bundesgericht hat aber das Verfahren zwecks umfassender Prüfung allfälliger Verkabelungsvarianten unter Berücksichtigung der Resonanzproblematik im SBB-Netz ans BFE zurückgewiesen. Dies hat zur Folge, dass der 220-kV-Anschluss des Unterwerk Thalwil bis auf weiteres nicht realisiert werden kann und somit die Voraussetzungen für den Rückbau der Leitung Obfelden-Thalwil nicht geschaffen werden konnten. Da gegen eine erneute Genehmigung des BFE wiederum Rechtsmittel ergriffen werden können, sind wir zum heutigen Zeitpunkt leider nicht in der Lage, Ihnen einen verbindlichen Termin für den Leitungsabbruch bekannt zu geben.
Mit der Beschwerde ans Bundesgericht hat Axpo den Tatbeweis erbracht, die Voraussetzungen für den schnellstmöglichen Abbruch der bestehenden Leitung Obfelden-Thalwil zu schaffen. Leider ist uns dies nur zum Teil gelungen. Axpo wird weiterhin alles tun, um die Realisierung der Leitung Samstagern–Thalwil zu beschleunigen und somit den Rückbau der Leitung Obfelden–Thalwil zu ermöglichen.
Sollte der 220-kV-Anschluss an das Unterwerk Thalwil vorher realisiert werden können, so werden wir unverzüglich mit den Abbauarbeiten beginnen."


Mai 2014 - Dienstbarkeitsverträge werden nicht unterzeichnet
Das Ziel des Gemeinderates ist es, dass die Hochspannungsleitung baldmöglichst abgebrochen wird. Die Gewährung eines Durchleitungsrechtes widerspricht diesem Ziel. Der Gemeinderat hat daher mit GRB 2014-109 vom 20. Mai 2014 beschlossen, auf die Unterzeichnung der Dienstbarkeitsverträge mit der Axpo zu verzichten.


September 2013 - Dienstbarkeitsverträge"
Die Hochspannungsleitung überquert diverse Gemeindegrundstücke mit unterschiedlichen Regelungen. Mit Schreiben vom 8. August 2013 ersucht die Axpo Power AG die Gemeinde Langnau am Albis um die Unterzeichnung von befristeten Dienstbarkeitsverträgen. Ob und unter welchen Bedingungen die Verträge durch die Gemeinde unterzeichnet werden, ist derzeit Gegenstand von Abklärungen.
Den privaten Grundeigentümern, welche ebenfalls Dienstbarkeitsverträge zu Unterschrift erhalten haben, wird empfohlen die Entscheidung des Gemeinderates abzuwarten."



August 2013 - Rekurs gegen Entscheid Bundesverwaltungsgericht"

Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts wurde jedoch von der Axpo Power AG und der EWZ mit Beschwerde beim Bundesgericht angefochten. Diese grundsätzlich offene Ausgangslage bedeutet, dass die bestehende 150/50kV-Hochspannungsleitung aus Gründen der Versorgungssicherheit bis auf weiteres in Betrieb bleiben wird.


Juli 2013 - Verzögerung Ausbau "Ersatzleitung"

Gegen das EWZ-Projekt zum Ausbau der "Ersatzleitung" von Zürich nach Samstagern haben die Seegemeinden Thalwil und Rüschlikon Einsprachen eingereicht, deren Ziel es ist, die unterirdische Verlegung von mehreren Abschnitten dieser Leitung in ihrem Gemeindegebiet zu erwirken. Im September 2012 hat die Gemeinde Rüschlikon in dieser Angelegenheit einen Teilsieg errungen. Das Bundesverwaltungsgericht hat das Planungsvorhaben zur Neu-beurteilung zurückgewiesen. Nun muss das EWZ in Zusammenarbeit mit der SBB, welche diese Leitung ebenfalls nutzt, eine unterirdische Verlegung im Erholungsgebiet von Rüschlikon prüfen. Dieser Marschhalt im Planungsverfahren bedeutet, dass es mit der Fertigstellung der Ersatzleitung - und damit auch mit dem Abbruch der Langnauer Hochspannungsleitung - noch länger dauern dürfte als ursprünglich angenommen. Da in Sachen Erdverlegung von benötigten und Abbruch von nicht mehr benötigten Hochspannungsleitungen für die gesamte Region eine optimale Lösung angestrebt wird, wäre es nicht zweckmässig, wenn sich die betroffenen Gemeinden gegeneinander ausspielen liessen. Wie auch in anderen Bereichen legen die von der Problematik betroffenen Gemeinden des Bezirks Horgen bezüglich Hochspannung grosse Solidarität an den Tag.


Oktober 2009 / Fall nimmt eine positive Wendung

Die Axpo - ehemals NOK - hat am 27. Oktober 2009 mitgeteilt, dass es gelungen ist, zu-sammen mit dem Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ) ein neues Netzkonzept südlich von Zürich zu entwickeln, welches die Leitungsverbindung von Obfelden nach Thalwil unnötig macht. Zwecks Umsetzung dieses Konzepts, das eine zweiseitige Anspeisung des Unterwerks Thalwil von Samstagern und Zürich her vorsieht, sind diverse bauliche Anpassungen am Leitungsnetz vorzunehmen, für die von der Stadt Zürich noch ein Investitionskredit bewilligt werden muss. Notwendig ist auch der Bau eines neuen Unterwerks in Uitikon-Waldegg. Auf die gute Nachricht folgt jedoch gleich eine weniger positive Botschaft - das neue Unterwerk wird frühestens im Jahr 2018 gebaut. Wenn alle Umrüstungsarbeiten beendet sind, kann dann endlich die bestehende Leitung ausser Betrieb genommen und ersatzlos abgebrochen werden. Der Gemeinderat ist sehr erfreut, dass seine stetigen über manche Jahre andauernden Vorstösse dazu geführt haben, dass die Axpo bzw. NOK die Notwendigkeit einer separaten Leitungsführung hinterfragt hat und zur Einsicht gelangt ist, dass eine Zusammenarbeit mit dem EWZ für alle Beteiligten die beste Lösung darstellt. Der einzige Wermutstropfen besteht darin, dass trotzdem noch rund 10 Jahre auf den Abbruch der mit-ten durch das Dorf führenden Leitung gewartet werden muss.


März 2009 / Dossier wird an das Bundesamt für Energie weitergereicht

Gegen das aus dem Jahr 1991 stammende und in den Jahren 1997 und 2001 überarbeitete Leitungsprojekt sind im Jahr 2009 nach wie vor gegen 100 Einsprachen hängig. Nachdem mit den Einsprechern bisher keine Einigung erzielt werden konnte, hat das eidgenössische Starkstrominspektorat (ESTI) die heisse Kartoffel an das Bundesamt für Energie (BFE) wei-tergereicht. Das hängige Plangenehmigungsverfahren ist bereits am 9. März 2009 vom ESTI an das BFE weitergereicht worden, die Gemeinde Langnau ist jedoch über diese Weiterleitung erst am 17. August schriftlich informiert worden. Diese schleppende Informationstaktik hat Langnau über Jahre hin erdulden müssen und der Versuch, dagegen anzukämpfen und eine regelmässige Information zu fordern, blieb erfolglos. Mittlerweile besteht wieder Grund zur Hoffnung, denn das BFE scheint die Angelegenheit um einiges beförderlicher zu behandeln als das ESTI. Wie aus gut unterrichteter Quelle zu vernehmen war, sollte das BFE im Herbst 2009 mit den Einsprechern Einigungsverhandlungen führen. Es bleibt zu hoffen, dass das langwierige Verfahren nicht noch weitere 18 Jahre dauert, damit die mitten durch das Langnauer Siedlungsgebiet führende Hochspannungsleitung endlich abgebrochen werden kann.


Juni 2008 / Leitung soll nicht in den SÜL aufgenommen werden

Der Gemeinderat hat im Juni 2008 gegenüber dem Bundesamt für Energie mit Nachdruck kund getan, dass die Situation in Sachen Hochspannungsleitung zu bereinigen ist. Der Ge-meinde Langnau ist der Entwurf für eine Anpassung des Sachplans Übertragungsleitungen SÜL zur Stellungnahme übermittelt worden, da ihr gemäss Raumplanungsverordnung ein Anhörungsrecht zusteht. Der SÜL befasst sich mit dem Aus- und Neubau von Starkstromlei-tungen auf den Spannungsebenen von 220 und 380 kV. Ziel des SÜL ist es, den Bedarf an Leitungen im Hochspannungsbereich zu beurteilen und allfällige Konflikte auf übergeordneter Ebene zu erkennen und zu bereinigen. Auf diese Weise soll das schweizerische Übertra-gungsleitungsnetz koordiniert werden, bevor Detailprojektierungen von einzelnen Leitungen in Angriff genommen werden. Das inzwischen von der NOK abgeschriebene Projekt für die 220kV-Leitung Obfelden-Thalwil war bisher nicht im SÜL enthalten und soll gemäss Entwurf neu in den Sachplan aufgenommen werden. Eine Delegation des Gemeinderates hat am 22. Mai beim Eidg. Starkstrominspektorat vorgesprochen und erfahren, dass eine Neuauflage des abgeschriebenen Leitungsprojekts zwingend mit der Einleitung eines neuen Plangeneh-migungsverfahrens verbunden wäre. In Anbetracht dieses Umstandes ist der Gemeinderat nicht damit einverstanden, dass das Leitungsprojekt Obfelden-Thalwil, das als solches in-zwischen nicht mehr existent ist, in den SÜL aufgenommen wird. Diese Botschaft wurde dem Bundesamt für Energie übermittelt. Gleichzeitig wurde einmal mehr bekräftigt, dass der Abbruch der bestehenden 150-kV-Leitung, die gemäss Angaben der NOK nicht in ein zeitgemässes Netzkonzept passt, ein Muss ist.


August 2007 / Sistierung des Leitungsprojekts

Das seit 1991 in der Planung begriffene Projekt für einen Neubau der Hochspannungsleitung Obfelden-Thalwil wird von der NOK nicht mehr weiterverfolgt. Dies hat der Gemeinderat am 21. August 2007 in einem Gespräch mit einem Vertreter der NOK erfahren, nachdem er An-fang Juli auf Anfrage hin vom ESTI erfahren hatte, dass die NOK eine Neubeurteilung des Projekts vorzunehmen gedenkt. Anlässlich dieser Besprechung äusserte der Gemeinderat sein Befremden darüber, dass sich die leidige Geschichte mit der Hochspannungsleitung noch mehr in die Länge ziehen soll, nur weil sich die NOK beharrlich weigern, das kurze Stück im Bereich der Gemeinde Langnau zu verkabeln. Die Abschreibung des Leitungsprojekts hat zur Folge, dass es noch unbestimmte Zeit dauern dürfte, bis die alte 150 kV-Leitung abgebrochen wird. Der Vertreter der NOK liess im Gespräch die Frage offen, ob ein neues Leitungsprojekt ausgearbeitet wird. Dies hängt damit zusammen, dass die NOK in Aussicht genommen hatten, mit den EWZ demnächst Verhandlungen über die Nutzung von Synergien im Hochspannungsbereich aufzunehmen. Diesbezüglich stellt sich die Frage, weshalb derartige dringend notwendige Koordinationsgespräche innerhalb der Stromwirtschaft nicht bereits vor Jahren aufgenommen wurden. Falls die Verhandlungen mit der EWZ erfolgreich sind, könnte ein Abbruch der alten Leitung erfolgen, wobei mit einem solchen gemäss den Ausführungen der NOK nicht vor 2020 zu rechnen wäre. Führen die Gespräche zwischen NOK und EWZ jedoch nicht zum gewünschten Erfolg, würde die NOK ein neues Projekt für eine Verlegung der Leitung ausarbeiten, was einen Neustart des Plangenehmigungsverfahrens mit einer öffentlichen Ausschreibung nach sich ziehen würde. Im Hinblick darauf, dass das durch den Entscheid der NOK nunmehr eingestellte Verfahren mehr als 15 Jahre gedauert hat, muss im schlimmsten Fall auch bei einer Neuauflage des Projekts damit gerechnet werden, dass die alte Leitung nicht vor 2020 abgebrochen wird. Wenn weder die Verhandlungen mit der EWZ erfolgreich sind noch ein neues Leitungsprojekt ausgearbeitet wird, würde die NOK gemäss Äusserung ihres Vertreters die bestehende Leitung auf unbestimmte Zeit hin weiter in Betrieb halten. Dabei würde die heute mit 150 kV betriebene Leitung auf 110 kV reduziert, damit sie ins Leitungsnetzkonzept der NOK passt. Im letzteren Fall würden sämtliche Hoffnungen auf einen Abbruch der alten Leitung zunichte gemacht.

Es scheint, dass die Notwendigkeit des Weiterbestehens der alten Leitung mittlerweile nicht mehr ausgewiesen ist und die NOK den Betrieb dieser Leitung lediglich aus taktischen Grün-den aufrecht erhalten, um die Gemeinde zu zwingen, einer 220-kV-Freileitung doch noch zuzustimmen.

Dass valable Alternativen zur Leitung Obfelden-Thalwil existieren ist mittlerweile bekannt, wie aus dem folgenden im Sihltaler vom 13. September 2007 erschienen Beitrag hervorgeht:
Sihltaler-13-09-2007.pdf (2463.2 kB)

Die Aussicht, infolge der von den NOK praktizierten Zermürbungstaktik bis 2020 oder noch länger auf einen Abbruch der bestehenden Leitung warten zu müssen, ist für die betroffenen Grundeigentümer an der Grenze der Zumutbarkeit. Dem Vertreter der NOK wurde im be-sagten Gespräch auch die Frage gestellt, wie die NOK mit einer allfälligen Verweigerung der Verlängerung der befristeten Durchleitungsrechte durch einige Eigentümer, deren Grundstü-cke unterhalb der alten Leitung liegen, umgehen würde. Ohne zu zögern wurde die Frage dahingehend beantwortet, dass sich die NOK nicht scheuen würden, ein Enteignungsverfahren einzuleiten, um die Verlängerung der Durchleitungsrechte zu erzwingen.

Der Gemeinderat hat erneut in aller Deutlichkeit den Appell an die NOK gerichtet, die Ange-legenheit durch Realisierung einer Teilverkabelung auf Langnauer Gebiet zur Zufriedenheit aller Betroffenen demnächst zu einem Ende zu bringen. Zudem ist die NOK ersucht worden, die bisher harzige Information der Gemeinde Langnau über den Stand der Planung zu ver-bessern. Mittlerweile ist der Punkt erreicht, an welchem die taktischen Schachzüge der NOK, welche darauf tendieren, den Leidensdruck der Gemeinde Langnau zu erhöhen und diverse betroffene Interessengruppen gegeneinander aufzubringen, nicht weiterhin stillschweigend hingenommen werden können. In nächster Zeit wird deshalb versucht, mit anderen von einer ähnlichen Problematik betroffenen Gemeinden, von denen es mehrere gibt, die Bemühungen zu koordinieren, so dass die Planung der Stromwirtschaft inskünftig nicht mehr buchstäblich über die Köpfe der Einwohnerinnen und Einwohner hinweg erfolgen kann.


Mai 2007 / Schweizweiter Widerstand gegen Freileitungen

Am 4. Mai 2007 fand erstmals eine Sitzung von diversen schweizerischen Gemeinden statt, die allesamt eine Teilverkabelung von Hochspannungsleitungen in sensiblen Gebieten fordern und bisher noch mit keinem dieser Begehren durchgedrungen sind. Während die einen Gemeinden wie Langnau in der Plangenehmigungsphase standen, wirkten auch Gemeinden mit, bei denen das Leitungsprojekt weiter fortgeschritten und beispielsweise bereits eine kommunale Beschwerde bei einem Gericht hängig war. Bei den einen Gemeinden geht es um den Bau einer neuen Leitung, bei anderen um eine Aufrüstung von 220 auf 380 kV.

Trotz der unterschiedlichen Stadien und Ausprägungen der Leitungsprojekte sind Gemein-samkeiten festzustellen, was das Verhalten der verantwortlichen Elektrizitätsunternehmungen gegenüber den Gemeinden betrifft:

-Die Elektrizitätsunternehmungen lieferten den Gemeinden in der Anfangsphase der Pro-jekte in diversen Bereichen irreführende Informationen (Kostenfaktor Freileitung vs. Verkabelung, Grösse der Übergangsbauwerke etc.).
  • Die Elektrizitätsunternehmungen versuchen, in den betroffenen Gemeinden die Bevölke-rung auseinanderzudividieren, indem unterschiedliche Interessengruppen gegeneinander und teilweise auch gegen die Gemeinde aufgebracht werden.
  • Dem möglichen Präjudizeffekt der Verkabelung wird von der Stromwirtschaft eine zent-rale Bedeutung beigemessen.
  • Für die Notwendigkeit von neuen Leitungen und Kapazitätserhöhungen ist mancherorts kein stichhaltiger Nachweis vorhanden.
  • Entgegen den Beteuerungen der verantwortlichen Unternehmungen steht nicht die Ver-sorgungssicherheit der Bevölkerung sondern die Gewinnmaximierung der Stromwirtschaft im Vordergrund.
  • Von der Stromwirtschaft wird keine schweizweite Koordination der Projekte angestrebt sondern es wird versucht, jede Gemeinde individuell zu zermürben.

Erfreulicherweise sind Ansätze vorhanden, die darauf hoffen lassen, dass es den betroffenen Gemeinden trotz Druck der Stromwirtschaft gelingen dürfte, eine schweizweite Koordination der Leitungsprojekte zu erzielen. Langnau wird diesbezügliche Bemühungen unterstützen und sich gemeinsam mit anderen Gemeinden dafür einsetzen, dass die Teilverkabelung von Hochspannungsleitungen in sensiblen Gebieten gefördert wird. Im Mai 2008 hat der Gemeinderat eine Beitrittserklärung zum neu gegründeten Verein HSUB.ch (Hochspannungsleitungen unter den Boden) unterzeichnet.


Dezember 2005 / Ablauf von Durchleitungsrechten für die "alte" Leitung

Anfang Dezember 2005 erhielten diverse Eigentümer, deren Liegenschaften von der alten Leitung überspannt werden, einen Brief der NOK, in welchem sie auf den baldigen Ablauf von Dienstbarkeiten betreffend Überleitungsrechte aufmerksam gemacht wurden und in welchem die NOK die Annahme äusserte, die Eigentümer seien mit einer stillschweigenden Verlängerung der Dienstbarkeiten einverstanden. Dies sollte im Sinne einer Übergangslösung erfolgen, bis die neue Leitung gebaut und die alte abgebrochen werden könnte. Die Politische Gemeinde erhielt als Grundeigentümerin ebenfalls ein solches Schreiben. Die weiteren Abklärungen ergaben, dass weder die Gemeinde noch der Grossteil der anderen Grundeigentümer im Besitz eines auf 50 Jahre befristeten Dienstbarkeitsvertrages mit den NOK waren. In der Regel waren die entsprechenden Dienstbarkeiten - ohne Angaben über eine Befristung - im Grundbuch eingetragen, weshalb eine Verweigerung der "Verlängerung" keinerlei Wirkung erzielt hätte.

Die Gemeinde und verschiedene Eigentümer sahen eine Chance, Ihren Anliegen betreffend Abbruch der alten Leitung infolge des Ablaufs der Dienstbarkeiten Nachdruck zu verschaffen. Der Gemeinderat liess sich in diesem Zusammenhang von einem Rechtsanwalt beraten und berief am 2. Februar 2006 eine Eigentümerversammlung ein, an welcher die juristische Fachperson den betroffenen Eigentümern Red und Antwort bezüglich des möglichen weiteren Vorgehens stand. Anlässlich der oben erwähnten Versammlung beschlossen diverse An-wesende, sich zu einer privaten Eigentümergemeinschaft zusammenzuschliessen und einen gemeinsamen Rechtsvertreter mit ihrer Interessenwahrung zu beauftragen. Schlussendlich willigten die meisten Grundeigentümer in eine auf rund 15 Jahre befristete Verlängerung der Dienstbarkeiten ein, zumal die Aussichten, in einem Prozess gegen die NOK zu obsiegen, von Fachleuten als gering eingeschätzt wurden.


Mai 2005 / Projekt "neue" Leitung

Für die Verlegung der 150 kV-Hochspannungsleitung, welche von Obfelden bis ins Unterwerk Thalwil führt und einen beachtlichen Teil des Langnauer Siedlungsgebietes überspannt, ist seit 1991 eine Projektierung im Gang. Im Sommer 1997 fand eine öffentliche Planauflage der Nordostschweizerischen Kraftwerke AG (NOK) statt. Während dieser Aktenauflage gingen 35 Sammel- und Einzeleinsprachen ein.

Bereits 1995 hatte der Gemeinderat die Führung der neuen Leitung, welche neu mit 220 kV ausgestattet werden sollte, möglichst südwärts über die Schnabellücke favorisiert und im bebauten bzw. bebaubaren Gebiet eine Verkabelung verlangt. Damals taten die NOK gegen-über der Gemeinde kund, dass eine Verkabelung sowohl technisch (elektromag¬netische Fel-der werden dadurch nicht eliminiert, sehr grosse Kunstbauten an den Einspeiseorten, Kahl-schlag im Wald für das Trassee und grosse Abwärme), als auch ökonomisch (10 mal höhere Kosten als bei einer Freileitung) mehr Nach- als Vorteile mit sich bringen würde und deshalb vor allem auch über längere Distanzen unrealistisch wäre. Diesen Ausführungen schenkte der Gemeinderat Glauben und verzichtete darauf, gegen das Leitungsprojekt zu opponieren. Dies nicht zuletzt auch darum, weil als Variante noch ein Projekt aktuell war, welches das Siedlungsgebiet weit stärker tangiert hätte als dies bei der heutigen Projektvariante der Fall ist. Dass überhaupt eine neue Projektvariante erarbeitet wurde, ist in weiten Teilen der da-maligen Intervention des Gemeinderates zuzuschreiben. Im Jahr 2001 erteilte die Gemeinde den NOK die Überleitungsrechte für die gemeindeeigenen Grundstücke, zumal die obigen Ausführungen der NOK nach wie vor als bare Münze galten.

Die Opposition gegen das neue Leitungsprojekt formierte sich aus verschiedenen Kreisen. Einerseits setzte sich eine Gruppe von Einwohnern des Gebiets "Rengg" dafür ein, dass die Leitung in jenen Abschnitten, die durch Siedlungsgebiet führen sollten, verkabelt würde. Andrerseits meldeten diverse Umweltfachstellen Bedenken in Zusammenhang mit dem Landschafts- und Naturschutz an. Zwischen den beteiligten Stellen von Bund, Kanton und Gemeinden und der NOK fanden diverse Aussprachen und Koordinationssitzungen statt. Im Rahmen dieser Gespräche stellte sich heraus, dass unter Berücksichtigung des technischen Fortschrittes seit dem Projektbeginn die Kosten und die technischen Probleme betreffend eine Verkabelung nicht annähernd so gravierend wären, wie dies von den NOK ursprünglich dargestellt worden war. Durch diese neuen Erkenntnisse sensibilisiert, begann im Sommer 2002 der Gemeinderat, die Aussagen der NOK und die Notwendigkeit der Leitung Obfelden - Thalwil generell zu hinterfragen. Auf Druck der Fachstellen von Bund und Kanton hin liessen die NOK eine Studie bezüglich einer möglichen Teilverkabelung ausarbeiten. Die von den NOK präsentierte Machbarkeitsstudie stiess bei verschiedenen Beteiligten auf Skepsis, sodass der Gemeinderat im März 2005 beschloss, eine eigene Untersuchung bei einem unabhängigen Experten-Team in Auftrag zu geben. Die Ergebnisse dieser Expertise bestärkten den Ge-meinderat in seiner Ansicht, auf einer Teilverkabelung zu bestehen. Eine solche ist sowohl aus technischer als auch aus finanzieller Sicht vertretbar. Zudem fehlt bis heute der durch die NOK zu erbringende Nachweis der grundsätzlichen Notwendigkeit, und zwar sowohl für die heute bestehende als auch für die neue Leitung.

Gestützt auf die Ergebnisse der Expertise nahm der Gemeinderat zur überarbeiteten Teil-verkabelungsstudie am 24. Mai 2006 gegenüber dem eidg. Starkstrominspektorat (ESTI) Stellung und bekräftigte die Forderung nach einer Abklärung der Notwendigkeit der Leitung, und - falls die Notwendigkeit bejaht würde - nach einer Teilverkabelung derselben.

Im Mai 2005 nahm die Gemeinde gegenüber dem ESTI zur Teilverkabelungsstudie der NOK wie folgt Stellung:
Stellungnahme.pdf (456.2 kB)

In der obigen Stellungnahme wird nicht nur eine Teilverkabelung der neuen sondern ebenfalls der Abbruch der seit 1956 bestehenden, mitten durch das Dorf führenden, Leitung gefordert. Erfreulicherweise beschloss auch der Regierungsrat des Kantons Zürich im August 2005, eine der drei vorliegenden Teilverkabelungsvarianten gegenüber einer reinen Freileitung zu bevorzugen. Dem Gemeinderat war zu jenem Zeitpunkt sehr daran gelegen, dass das Projekt für eine Teilverkabelung zügig vorangetrieben würde. Damals war die Hoffnung vorhanden, dass die Realisierung der neuen - teilweise erdverlegten - Leitung baldmöglichst zum Abbruch der bestehenden 150 kV-Leitung führen würde. Die Botschaft lautete: Die alte Leitung soll entfernt und die neue Leitung - falls sie überhaupt notwendig ist - durch eine Teilverkabelung in sensiblen Gebieten so geführt werden, dass sowohl Einwohner als auch die Natur mit einer grösst möglichen Schonung rechnen können.


Weitere Auskünfte
Bei Fragen und Anregungen in Zusammenhang mit der Hochspannungsleitung wenden Sie sich bitte an die Gemeinderatskanzlei, Adrian Hauser, Gemeindeschreiber, unter Telefon 044 713 55 21 oder E-Mail adrian.hauser@langnau.zh.ch.