Die Schattenseiten des Lichts - die Bau- und Werkkommission hat reagiert
Zuviel Licht schadet nicht nur der Umwelt, also der Tier- und Pflanzenwelt, sondern auch dem Menschen.
Diese Tatsache ist heute unbestritten und so hat auch der Gesetzgeber, bis hin zum Bundesgericht, verschiedene Regeln und Gesetze im Umgang mit dem Licht erlassen. Aber auch der Ingenieur- und Architektenverband (SIA) hat seine Pflicht erkannt und die SIA Norm 491 verfasst, welche die Anwendung des Lichtes im Aussenraum regelt.
Diese Norm wird bei Streitigkeiten von den Gerichten als Massstab herangezogen. Das Bundesgericht hat auch entschieden, dass Anwohner im Umkreis von 100 Metern klageberechtigt sind, bei sehr starken Lichtimmissionen sogar noch deutlich weiter.
(siehe auch Dokumente wir langnauer und Flyer Dark Sky)

Flutlichtanlage Brand, Thalwil
Die Flutlichtanlagen Brand beschäftigen viele Langnauer Hausbesitzer schon seit längerer Zeit. Insbesondere die Sportanlage Brand 1 erzielt eine grosse Blendwirkung nach Langnau. Natürlich reagieren nicht alle Menschen gleich auf solche Einwirkungen. Für die Bewohner der Glärnischstrasse, welche ihre Wohnzimmerfront alle Richtung Gattikon haben, ist die Belastung aber enorm. Es ist auch eine Tatsache, dass die ersten Beschwerden schon vor über 10 Jahren eingegangen sind. Aber auch die Wohngebiete unterhalb dem Restaurant Löwen, unter- und oberhalb Oberrenggstrassse (im vorderen Teil zur Albisstrasse hin) und viele weitere Gebiete ab Kreuzung Rütibohl-Neue Dorfstrasse sind betroffen. Auf Antrag der Langnauer Bau- und Werkkommission fand mit den Thalwilern Ende November 2015 eine nächtliche Begehung statt, welche auch der Thalwiler Delegation die Augen öffnete. Langnau wurde von einem Lichtspezialisten der Firma HEFTI/HESS/MARTIGNONI aus Aarau begleitet und beraten. Dessen Feststellung nach der Begehung: Alle Flutlichtanlagen der drei Sportanlagen der Gemeine Thalwil müssen als schlecht bezeichnet werden. Bei der Anlage Brand 1 muss sogar davon ausgegangen werden, dass diese nach heutigem Standard gar nicht mehr bewilligungsfähig wäre. Mit Freude hat die Bau- und Werkkommission zur Kenntnis genommen, dass sich die Gemeinde Thalwil der Angelegenheit nun konkret annimmt und baldmöglichst Vorschläge zur Verbessrung bzw. zur Verminderung der Lichtimmissionen unterbreitet. Die Bau- und Werkkommission wird nicht lockerlassen und die berechtigten Forderungen der Langnauer Bewohner zur Reduktion dieser Immissionen mit allen Mitteln unterstützen.
(siehe auch Artikel in Zürichsee-Zeitung vom 22.01.2016)

Neue Regeln für Reklame- und Schaufensterbeleuchtungen
Die Bau- und Werkkommission von Langnau hat sich dieser wichtigen Aufgabe ebenfalls angenommen mit dem Ziel, die Lichtemissionen in der Gemeinde zu reduzieren und die neusten Regeln und Normen zur Anwendung zu bringen und somit in das Bewilligungsverfahren einfliessen zu lassen. So werden Leuchtreklamen nur noch bewilligt, wenn Sie ein zurückhaltendes Erscheinungsbild haben. Darüber hinaus müssen diese von 22.00 – 06.00 Uhr ausgeschaltet werden. Darunter fallen auch beleuchtete Schaufenster.

Freiwillig mitmachen/herzlichen Dank
Im Sommer 2015 wurden alle Gewerbetreibenden entlang der Neuen Dorfstrasse und weitere mit einem Infoblatt über die neuen Grundlagen informiert und gebeten, doch ebenfalls freiwillig mitzumachen.
Mit grosser Freude dürfen wir feststellen, dass die allermeisten Geschäfte den Sinn, aber auch die Notwendigkeit dieser Massnahmen erkannt haben und mitmachen. An dieser Stelle einen herzlichen Dank an alle Gewerbetreibenden!
(siehe auch Dokument Infoblatt Gewerbetreibende vom Frühling 2015)

Strassenbeleuchtung
Grundsatzentscheid der Bau- und Werkommission: Bei der Sanierung von Strassen und Gehwegen wird, insbesondere auch wenn der Asphaltbelag erneuert wird, der Zustand der Beleuchtung überprüft. Ist diese älter als 40 Jahre, so wird immer auch dem Gemeinderat beantragt, die Beleuchtung zu erneuern. Der überwiegende Teil der Langnauer Strassenbeleuchtung ist älter als 40 Jahre und an Bleikabeln angeschlossen, welche einfach im Boden unter Decksteinen liegen (ohne Verrohrung). Wird eine neue LED-Beleuchtung geplant und erstellt, erhält diese auch eine Verrohrung und eine neue Verkabelung. Die LED wird mit max. 3000 Kelvin Farbtemperatur bestückt (warmweiss). Quartier- und Nebenstrassen werden immer mit Radarmeldern und Gehwege mit Bewegungsmeldern ausgerüstet. Damit kann die Beleuchtungsstärke auf 20 % gesenkt werden. Wird ein Auto oder ein Fussgänger von den Meldern erfasst, schaltet die Beleuchtung auf 100 Prozent und wird nach zwei Minuten wieder reduziert. Von 01.00 bis 05.00 Uhr wird auf dem ganzen Gemeindegebiet die Strassenbeleuchtung abgeschaltet (Nachtabschaltung).

Die Bestrebungen der Bau- und Werkkommission haben letztlich das Ziel, für alle Bewohner in Langnau eine hohe Lebensqualität zu erhalten!

Gerne steht Ihnen der Vorstand Infrastruktur und Mitglied der Bau- und Werkkommission, Rolf Schatz für weitere Auskünfte zur Verfügung.

Dokumente

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